Schützenverein Leeden
von 1665 e.V.

 

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WN vom 30.08.15 von Ruth Jacobus

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350 Jahre Schützenverein Leeden
Über 50 Gastvereine lassen den großen Festumzug zum Erlebnis werden

Welch ein prächtiger Anblick: Über 1250 Schützen gaben sich gestern Nachmittag die Ehre, um dem Schützenverein Leeden zu seinem 350-jährigen Bestehen zu gratulieren. Bei hochsommerlichen Temperaturen marschierten sie auf den großen Parkplatz am Heuweg, begleitet von fünf Spielmannszügen. Vorsitzender Carsten Schnepper genoss das Bild sichtlich, das die vielen fröhlich gestimmten Menschen boten.

Bereits seit Freitagabend habe man gefeiert mit Hunderten von Menschen, blickte er kurz zurück, um den Gästen dann zuzurufen: „Genießt mit uns den Festumzug durch das schöne Stiftsdorf.“ Besonders dankte er den unzähligen Helfern und Freunden, die zum Gelingen des Jubiläums beigetragen hätten.

Erster Gratulant war Bürgermeister Stefan Streit. „Die Schützenwelt schaut heute auf Leeden“, war er sich sicher. Der Verein habe 350 Jahre Stadtgeschichte mitgeschrieben. Er gehöre zum Ortsleben dazu.

Dass der Leedener Verein zu den ältesten im Tecklenburger Land gehört, betonte Friedrich Prigge, Präsident des Kreisheimatschützenbundes. „Über viele Generationen hinweg habt ihr das Brauchtum gepflegt und Heimatliebe bewiesen“, rief er den Jubilaren zu. Sie seien eine feste Größe im gesellschaftlichen Leben.

Zu den Gratulanten gehörte auch Landrat Thomas Kubendorff. „Hier wird Kameradschaft groß geschrieben. Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist zu spüren“, meinte er. Nachbarschaftshilfe sei hier Tradition. „Wir haben hier noch ein Stück heile Welt und heile Heimat.“

Staatssekretär Karl-Josef Laumann ging in seiner Laudatio darauf ein, dass sich das Zusammenleben stets verändere. Früher seien Dörfer weitgehend Wirtschaftsgemeinschaften gewesen. In der Landwirtschaft sei bei der Ernte nichts gegangen ohne die Hilfe der Nachbarn. Heute würden die Menschen in unterschiedlichen Berufen und nicht alle in Leeden arbeiten. „Gäbe es keine Vereine, würden wir uns gar nicht mehr kennen“, stellte er klar.

Die Pflege der Gemeinschaft sei das Wichtigste, der Frohsinn und „dass man derbe miteinander feiert“. Denn, das sei seine Erfahrung, mit wem man gut Schützenfest feiern könne, der sei auch sonst gut zu gebrauchen. Er wünsche den Leedenern, dass sie es weiterhin schaffen, junge Leute für den Verein zu gewinnen. „Denn daraus erwächst, was ein kleines Dorf braucht.

Angesichts der Flüchtlingswelle sei er dankbar, dass hier eine stabile Demokratie herrsche. Den Frieden zu bewahren und wertzuschätzen, das gehöre zum Schützenwesen. Sein Schlusswort war ein Zitat von Adolf Kolping: „Das Bier ist nicht nur für das Gotteslob gebraut.“

Doch zunächst war es Wasser, das literweise floss. Den Schützen wurde es heiß in ihren Uniformen. Bevor sich der Festumzug formierte, standen die Vorsitzenden der Gastvereine noch Schlange, um zu gratulieren. Die Spielmannszüge spielten gemeinsam auf und die Nationalhymne wurde von der Musikkapelle Hagen intoniert. Dann setzte sich der lange Zug in Bewegung durch die wunderschön geschmückten Siedlungsstraßen hin zum Festplatz. Dort waren nicht nur kalte Getränke heiß begehrt, auch das Kuchenbüfett lockte. Mit viel Musik, Gesprächen und guter Laune ging das Jubiläumsfest seinem Ende zu.