IVZ vom 25.06.2015 von Oliver Langemeyer

Sanierung der Schießanlage
Neuer Motor für den Fangkasten


Markus Otte (l.) und Erich Schneiders stehen vor dem Schießstand auf dem Mettinger Schultenhof.

Erich Schneiders und Markus Otte stehen vor dem erneut sanierten Schießstand auf dem Schultenhof. Otte, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung und Schneiders, Vorsitzender der Mettinger Schützengemeinschaft (SG), sind froh: Die Erneuerungsarbeiten sind rechtzeitig vorm Kaiserfest fertig geworden.
Jetzt können die Mettinger Schützenvereine am Samstag, 18. Juli, ihren Kaiser ausschießen.

Zuvor waren allerdings umfangreiche Arbeiten am Schießstand notwendig, erklärt Schneiders. Alle vier Jahre prüft die Kreispolizeibehörde die Anlage. Die Liste der Auflagen war wieder lang. Ein leistungsfähigerer Motor für den Fangkasten musste her. Denn nach den Sicherheitsbestimmungen musste der Fangkasten diesmal mit Metall verstärkt werden. „Das machte die Konstruktion schwerer“, erklärt Schneiders. Die Folge: Der alte Motor, der den Kasten samt Vogel in die Höhe zieht, war zu schwach. Zudem dürfen die Schützen den Motor nur noch per Fernbedienung steuern. Darüber hinaus muss das Seil, das den Kasten nach oben zieht, mit einer Umlenkrolle gesichert werden. Insgesamt schlugen 1900 Euro an Materialkosten zu Buche. Vor vier Jahren war man noch mit 500 Euro ausgekommen. „Wir können von Glück sagen, dass die Säule das Gewicht des neuen Fangkastens trägt“, sagt Schneiders. Sonst wäre es noch teurer geworden. Wie 2011 vereinbart, übernimmt die Bürgerschützengesellschaft von 1711 zwei Drittel der Kosten, weil sie den Schießstand jedes Jahr nutzt. Den Rest steuert die Schützengemeinschaft bei.

 

Erich Schneiders dankt den Mitarbeitern des Bauhofes und den freiwilligen Helfern aus den Schützenvereinen. Durch ihren Einsatz sei alles zügig voran gegangen. Jetzt kann das Kaiserfest kommen. Zum 19. Mal wird in der Tüöttengemeinde der Kaiser unter den Königen der Schützenvereine ausgeschossen. Die Schützen vom Bruch sind nicht mehr dabei, weil sie seit 1999 keinen König mehr ausschießen, berichtet Schneiders. Die Idee des Kaiserschießens stammt aus dem Jahr 1978. Der damalige Bürgermeister Josef Otte suchte nach einer Möglichkeit für ein gemeinsames Fest. Seitdem ist es alle zwei Jahre.

Im Juli 2015 steht zunächst das kleine Kaiserfest an, erläutert der SG-Vorsitzende Schneiders. Eine große Feier soll es 2017 zusammen mit einem Dorffest geben. „Wir planen das ähnlich wie 2013“, sagt Markus Otte. Vor zwei Jahren präsentierten sich zahlreiche Vereine und Verbände im Ortskern und feierten gemeinsam das große Dorfjubiläum. Parallel war das Kaiserfest auf dem Schultenhof.

In diesem Jahr geht alles etwas beschaulicher zu: Am Samstagnachmittag marschieren die Schützenvereine vor dem Rathaus auf. Dann beginnt ein Umzug durch den Ortskern. Auch die ehemaligen Schützenkaiser nehmen an den Feierlichkeiten teil. Bürgermeisterin Christina Rählmann übernimmt eine gute Tradition ihres Amtsvorgängers Helmut Kellinghaus. „Sie wird die Festrede halten“, sagt Schneiders.

Die Proklamation der neuen Majestäten ist für 18 Uhr geplant. Vielleicht erringt mal eine Frau die Kaiserwürde, meint Schneiders. Oder endlich ein König aus seinem Verein Nierenburg-Nordhausen. Neben Schniederberg-Lage sind das nämlich die einzigen Mettinger Schützen, die bislang noch keinen Kaiser gestellt haben.