WN vom 18.05.2014 von Michael Baar

Schützenwesen blüht und gedeiht

Knapp 3000 Schützen aus 84 Vereinen, 14 Musikkapellen und Sonnenschein pur: Das Heimatschützenfest in Lienen wird zum Volksfest, Hunderte Zuschauer säumen den Weg des Festzugs durch den Ort. Holger Lagemann wird zum neuen Heimatschützenkönig proklamiert.

"Irgendetwas, an das man nicht gedacht hat, geht schief." Christian Brüger gibt sich pessimistisch, wie er da auf dem Parkplatz an der Iburger Strasse steht. In einer halben Stunde wird sich von hier der Festzug des Heimatschützenfestes in Bewegung setzen. Knapp drei Stunden später atmet der Leiter des Fachbereichs Ordnung in der Gemeindeverwaltung durch. Alles hat prima geklappt.

Der Zug mit 2864 Schützen, begleitet von 14 Musikkapellen, ist bei seinem Weg durch den Erholungsort von Hunderten Zuschauern bejubelt worden. Auf dem Festplatz tun die Ehrengäste das ihrige, um den eigentlichen Festakt kurz zu halten.

Lauter Jubel brandet in der Abordnung des Schützenvereins Obermetten auf, als Friedrich Prigge ihrem Mitglied Holger Lagemann die Königskette umhängt. Zusammen mit Thomas Saatkamp, Mario Brömstrup und Bernd Fliehe hatte die neue Majestät das beste Mannschaftsergebnis erzielt und war zugleich bester Schütze des Quartetts.

Der Präsident des Heimatschützenbundes freut sich besonders, eine weitere Ehrung vorzunehmen: Mit Gerd-Heinz Löllmann hat der Heimatschützenbund erstmals einen Goldkönig. Vor 50 Jahren war der Lengericher Heimatschützenkönig, wurde ebenfalls in Lienen dazu gekürt.

Medaillen gibt es für die besten drei Einzelschützen des Schiesswettbewerbs. Uwe Kötter (Osterberg), Hans-Peter Schüro (Westerkappeln) und Karl-Heinz Brümmer (Püsselbüren) werden die Ehrenmedaillen ans Revers geheftet.

Der offizielle Teil wird kurz und knackig abgehandelt. "Vereine sollen Orte sein, in denen sich alle wohlfühlen", stellt Friedrich Prigge fest und dankt allen Helfern, die das Heimatschützenfest ermöglicht haben.

Statt einem "zehnminütigen Loblied" fordert Bürgermeister Dr. Martin Hellwig die Gäste auf, "ihren Blick schweifen zu lassen. Das spricht für sich", spielt er auf den blauen Himmel und den Teutoburger Wald im Hintergrund an. Regierungspräsident Professor Dr. Reinhard Klenke bezeichnet es als Tradition, "wenn Menschen zusammen feiern". Landrat Thomas Kubendorff konstatiert, dass "das Schützenwesen blüht und gedeiht".