St. Annen
Schützengesellschaft
von 1755 Hopsten

 

   

IVZ vom 06.09.2017 von Heinrich Weßling

Personal wechselt zum Fest

St.-Annen-Schützenfest endet mit
traditionellem „Knochenpudeln“
und der Generalversammlung

Funktionsträger beim Schützenfest wieder in Zivil: Tobias Kleingers (in Vertretung 2. Schäffer, v.l.), Aldermann Christoph Schlüter, König Friedhelm Brügge, Vizekönig Achim Emons, Roland Schwienheer (in Vertretung 1. Schäffer) und Vertretungsoberst Michael Wessels freuen sich über ein Buch mit den Presseberichten über die Schützenfeste der vergangenen 50 Jahre. Foto: Heinrich Weßling

Mit dem traditionellen „Knochenpudeln“ und dem „Brüchtengericht“ beendete die St.-Annen-Schützengesellschaft am Montagabend im Saal Schmiemann das Schützenfest. Bei der Generalversammlung, die ebenfalls in die Veranstaltung integriert war, wurde zudem der 1. Schäffer im Vorstand neu gewählt.

Aldermann Christoph Schlüter hieß 50 Schützenbrüder willkommen und eröffnete die Versammlung. Dabei ließ er die beiden neuen Majestäten Friedhelm Brügge und Vizekönig Achim Emons noch einmal hochleben.

Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung sei die Neuwahl des 1. Schäffers gewesen, denn er ist gleichzeitig Schriftführer und stellvertretender Vorsitzender. Rolf Harms hatte das Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Christoph Schlüter dankte ihm für seine hervorragende Arbeit in den vergangenen 17 Jahren. „Ich konnte mich immer auf Rolf verlassen“, sagte Schlüter. Als Nachfolger für Harms wurde Stephan Jasper von der Versammlung zum 1. Schäffer gewählt.

„Beim Schützenfest am Wochenende mussten wir fast alle Posten mit Vertretern besetzen“, erklärte Christoph Schlüter. „Der Oberst war beruflich verhindert, der 1. Schäffer ist abgetreten und dann wurde mein 2. Schäffer auch noch Schützenkönig“, beschrieb er die personellen Engpässe. Das Gute: „Ausnahmslos alle Vertreter haben einen perfekten Job gemacht.“ Michael Wessels hatte den Oberst gegeben, Roland Schwienheer war als 1. Schäffer eingesprungen, Tobias Kleingers vertrat Friedhelm Brügge als 2. Schäffer.

Viel Unmut gab es auf der Versammlung über die mangelnde Absicherung des Umzuges. Die Feuerwehr hatte diese Aufgabe aus Sicht der Schützen in vielen Jahren davor sehr zuverlässig übernommen. Leider sei das heute nicht mehr erlaubt. Da die Polizei nicht zur Verfügung stand, übernahmen die Söhne des Aldermanns diese Aufgabe. „Hier ist die Politik gefragt“, lautete die Aufforderung von Friedhelm Brügge an Felix Holling, Ratsherr in den Reihen der Annen-Schützen, sich dieser Sache anzunehmen.

Die Veranstaltung endete mit den Brüchtengericht, bei dem Vergehen auf dem Schützenfest durch Fiskus Felix Holling mit einer Strafe belegt werden. Selbstverständlich versuchte jeder Sünder, seine Strafe durch teils haarsträubende Ausreden zu minimieren.


IVZ vom 03.09.2017 von Brigitte Striehn

Video und Bilder weiter unten

Annen-Schützen haben neuen König

Friedhelm Brügge holt den Vogel von der Stange

Mit dem neuen König Friedhelm Brügge (4.v.l.) und seinem „Vize“ Achim Emons (3.v.l.) freuten sich Aldermann Christoph Schlüter (re.) sowie die Scheffer. Das Kinderkönigspaar heißt in diesem Jahr Leopold Meck und Greta Siering. Foto: Brigitte Striehn

Es herrschte Riesenjubel in Hollings Busch, denn die St.-Annen-Schützengesellschaft hat am Freitag lange auf den finalen Schuss warten müssen. 620 vergebliche Versuche brauchten die 57 aktiven Schützen, ehe Friedhelm Brügge den hartnäckigen Vogel von der Stange holte.

ivz-aktuell.tv

 

Selbst Alderman Christoph Schlüter konnte sich nicht an eine solch endlos scheinende Serie erinnern. Aber was lange währt, wird am Ende gut. Der amtierende König Felix Holling musste sich von der schweren Schützenkette verabschieden und Vizekönig Konstantin Pasche fand in Achim Emons einen würdigen Nachfolger.

Hoch oben in seinem Käfig hatte das hölzerne Federvieh mit den roten Tupfen auf seine Herausforderer gewartet. Diese gaben sich alle Mühe, aber es weigerte sich über viele Stunden beharrlich, herabzufallen. Friedhelm Brügge hatte dann um 18.04 Uhr das glücklichste Händchen und durfte sich über die Gratulationen zahlreicher Freunde freuen.

Die Blaskapelle Schapen unter der Leitung von Edmund Huil unterhielt die Gäste den ganzen Tag über mit fröhlichen Klängen und ließ es sich auch nicht nehmen, zu später Stunde den Marsch durch das Dorf zu begleiten. Das Schützenfest hatte am Freitagmorgen in der Pfarrkirche St. Georg begonnen. Pfarrer Christoph Klöpper verwies im Festgottesdienst auch darauf, dass bei den St.-Annen-Schützen nicht der Geldbeutel über die Königswürde entscheide.

Beim anschließenden Frühstück im Dreibrückenhof sorgte ein Vortrag über die Namensgeberin der Mercedes-Fahrzeuge für Unterhaltung. Nach der Kranzniederlegung und dem Gang mit den amtierenden Majestäten Felix und Carolin Holling sowie Konstantin Pasche und Janette Hermann zum Schießstand begann unter Leitung von Schießwart Ulrich Pruß die Hauptattraktion des Tages. Für die Familien gab es ein Kuchenbuffet und auch sonst war Speis und Trank reichlich vorhanden. Die Kinder wurden mit Spielen bei Laune gehalten. Beim „Cornhole-Werfen“ ermittelten sie das Kinderkönigspaar. Den Wettbewerb entschieden Leopold Meck und Greta Siering für sich.

Oberst Michael Wessels ließ die Schützenbrüder zur Proklamation antreten. Dass sie traditionell schwarze Anzüge und Zylinder tragen, stamme noch aus der Gründungszeit Mitte des 18. Jahrhunderts, erklärte Christoph Schlüter. „Ein solches Bekleidungsstück hatte damals jeder für Beerdigungen im Schrank“, so der Aldermann. Er verkündete die Namen der Majestäten, die einer gewissen Geheimhaltung unterlagen. Als Friedhelm Brügge und Achim Emons mit den Scheffern an ihrer Seite aus der Tür von Hollings Hof traten, flogen ihnen lautstarke Sympathiebekundungen entgegen. Zur Königin hatten sie Annette Emons und als Vizekönigin Ulla Brügge erkoren. „Ich bin gänzlich unvorbereitet und freudig überrascht,“ sagte die neue Königin.

Zahlreiche Kinder freuten sich über den Bonbonregen, der sich von der Treppe über sie ergoss. Das Abschreiten der Front war der Auftakt zum Marsch durch das Dorf, ehe sich alle wieder zu vergnügtem Beisammensein auf dem Festplatz einfanden. Am Samstagabend folgte der Festball und am Montag geht die viertägige Feier mit „Knochenpudeln“ und „Brüchtengericht“ zu Ende.