Herzlich Willkommen

Der Bürgerschützenverein Bevergern wurde 1425 gegründet und
ist damit einer der ältesten Schützenvereine Deutschlands.
Zur Zeit hat der Verein über 300 Mitglieder.

Weitere Informationen gibt es auf unserer Webseite


IVZ vom 03.07.2022 von Rita Althelmig

 

Zwei neue Könige innerhalb von 20 Minuten

Bürgerschützen und Junggesellen in Bevergern feiern gemeinsam

 

Der Hofstaat der Bürgerschützen: (hintere Reihe, v.l.)
Petra und Bernd Mersch, Königspaar Ivonne und Michael Güthe, Jürgen Klostermann und Rita Sewüster,
(vorn Mitte) die Kinderkönige Lia Wermers und Jonas Huilmann, Vogelträger Julian Mersch (l.)
und Christopher Witte (r.) mit Elisa Wenninghoff (l.) und Merle Everwand. Foto: Rita Althelmig

 

Das Königspaar der Junggesellen mit Gefolge (v.l.):
Denise Stegemann und Niklas Enseling, Königin Carla Theile und König Moritz Feldmann
sowie Lucas Stallmeyer und Haulina Grotemeier. Foto: Rita Althelmig

 

Am Wochenende feierten die Junggesellenschützen und Bürgerschützen ihr gemeinsames Schützenfest, das mit dem Familiennachmittag auf der Vuegelrode begann.

Schon vor zwei Jahren wollten die Bevergerner Bürgerschützen und Junggesellenschützen ihr Schützenfest zusammen feiern. Das musste ebenso wie das Altstadtfest coronabedingt ausfallen und konnte auch ein Jahr später, 2021, noch nicht nachgeholt werden. Doch nun war es endlich so weit.

In diesem Jahr errang ein Mädchen, Lia Wermers, mit den meisten Punkten an dem Laserschießgerät die Königinnenwürde. Sie wurde begleitet von Jonas Huilmann. Die Vogelträger Julian Mersch und Christoph Witte durften am Abend die beiden Vögel zum Burgplatz tragen, wo die Vogeltaufe stattfand. Mit im Kinderstab waren Elisa Wenninghoff und Merle Everwand im Hofstaat. Der Freitagabend klang an der Vuegelrode gemütlich aus.

Der Samstag begann recht früh mit dem Wecken der alten Könige unter begleitenden Klängen des Bevergerner Spielmannszuges, der schon den Freitagnachmittag musikalisch untermalte. Um 8.30 Uhr war traditionell die Schützenandacht in der St. Marien-Kirche. Nach dem gemeinsamen Frühstück im Festzelt marschierten die Schützen zur Kranzniederlegung zum Merschteich zum Ehrenmal, danach folgte das spannende Königsschießen, denn jeder Verein hatte seinen eigenen Vogel und alles schaute darauf, wer nun schneller seinen König ermitteln konnte, die Junggesellen oder Bürger.

Immer wieder spornten der Spielmannszug Bevergern und die Blaskapelle Rodde die Schützengesellschaft mit flotter Musik zum Anfeuern an. Um 12.52 Uhr erklang der erste Jubel. Moritz Feldmann hatte das Federvieh gänzlich abgeschossen. Dazu waren 500 Schüsse nötig gewesen. Moritz Feldmann wählte Carla Theile zur Königin und berief Niklas Enseling mit Denise Stegemann und Lucas Stallmeyer mit Haulina Grotemeier in den Hofstaat.

Weniger Schüsse, nämlich 391, benötigten die Bürgerschützen. Der Jubel war aber nicht weniger laut, als um 13.12 Uhr der Vogel kapitulierte und von der Stange fiel. Der glückliche Schütze war Michael (Leo) Güthe, der seine Frau Ivonne zur Königin erkor. Den Hofstaat bilden Bernd und Petra Mersch, Jürgen Klostermann und Rita Sewüster.

Um 19 Uhr, die Könige hatten jeweils das Königsbier ausgegeben, war Antreten der Schützen mit Damen auf dem Burgplatz. Getrennt wurde der jeweilige König mit Gefolge ausgeholt. Der Bürgerschützenkönig Michael Güthe von der Torfmoorstraße 13, der Junggesellenkönig von der Westfalenstraße 81. Die gemeinsame Polonaise, angeführt vom Bevergerner Spielmannszug sowie der Blaskapelle aus Riesenbeck, war wieder von Schaulustigen umsäumt, die die gute Stimmung der Schützengesellschaften teilten. Anschließend ging es zum Festzelt, wo die X.O. Band zum Königsball aufspielte, der bis spät in die Nacht fröhlich gefeiert wurde.

 


 

IVZ vom 04.07.2022 von Rita Althelmig

 

Biberköniginnen und Flatterscheibenkönige

Burgvogt erlaubte einst seinen Söldnern das Fischen

 

Biberkönigin ist Folke Theile für die Bürgerschützen und Denise Stegemann für die Junggesellen. Sie wurden vom Vorstand geehrt, ebenso wie die Flatterscheibenkönige Marc Hartmann (Bürgerschützen) und Julian Schilling (Junggesellen). Foto: Rita Althelmig

 

Der zweite Schützenfesttag in Bevergern ist einer ungewöhnlichen Tradition verpflichtet, deren Ursprung Jahrhunderte zurückliegt.

Der Sonntag war, wie all die anderen Schützenfesttage, von bestem Feierwetter bestimmt. Es war warm und trocken, aber nicht zu heiß. So konnte der letzte Schützenfesttag ebenso toll verlaufen, wie schon die beiden Tage zuvor.

Die Bürgerschützen und Junggesellenschützen trafen sich zum Frühschoppen auf der Vuegelrode und ermittelten ihren Flatterscheibenkönig. Das war für die Bürgerschützen Marc Hartmann und für die Junggesellen Julian Schilling. Anschließend marschierte man zum Hof Gövert zum traditionellen Fischen. Das Fischen ist zweifellos ein Höhepunkt des gesamten Schützenfestes. Wer aber glaubt, es gehe dabei um das Baden in der Aa infolge zu hohen Biergenusses, der irrt. Beim Fischen geht es um einen uralten Brauch, der wahrscheinlich seinen Ursprung darin hatte, dass der Burgvogt seinen Söldnern erlaubte, am zweiten Schützenfesttag in der Aa und im Burggraben zu fischen, was zum Jagdgebiet gehörte. Es ist überliefert, das sei aus Mitleid geschehen, da nach der Feierei Armut herrschte. Auch Sagen ranken sich um das Fischen, die manchen gruseln lassen.

Doch beim Fischen am Sonntag ging es nicht gruselig, sondern fröhlich zu, mal abgesehen davon, dass viele Shirts der Junggesellenschützen vom Schlammwasser der Aa gefärbt, von blütenweiß ins Grau gewechselt hatten.

Gegen Abend zogen die Männer wieder zur Vogelwiese. Dort hatten sich die Schützendamen zum Kaffeetrinken eingefunden und sie hatten ihre Biberköniginnen ermittelt. Die Frauen hätten auf hohem Niveau geschossen, freute sich Gerold Mersch, der mit Paul Stemmerich die Schießaufsicht innehatte. Für die Bürgerschützen erreichte Folke Theile 30,9 Ringe, für die Junggesellen Denise Stegemann 28, 1 Ringe.

Der Vorstand beider Vereine überreichte Blumen und es wurde ein Ehrentanz gewagt. Bernd Vogel dankte allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen hatten. Dazu gehörte auch die Feuerwehrkapelle Riesenbeck, die am Samstag ganztags begleitet hatte, wie auch der Bevergerner Spielmannszug, der alle drei Tage für die Schützen da war.